Der Wanderer wird erwachsen

Ein Beitrag von Dominique Stalder über seine neu gestalteten Cover seiner Wanderer-Reihe

Die gemeinsame Geschichte des Wanderers und des SadWolf Verlags währt nun schon über zwei Jahre. Zu jeder Zeit war es eine offene und ehrliche Partnerschaft, die von gegenseitigem Respekt geprägt war. Ideen kamen von beiden Seiten und die Impulse haben zu dem Ergebnis geführt, welches wir heute erleben dürfen.

Beispiele für diese Entwicklungen sind zum Beispiel, dass der Wanderer nun Bartträger ist oder auch die massive Überarbeitung und Erweiterung der Schamanin.

Es war Mitte 2017, als Johannes (Geschäftsführer SadWolf Verlag) auf mich zukam. Im Vergleich mit anderen Fantasy-Reihen fehlte ihm bei der optischen Gestaltung ein Wiederkennungseffekt. Es waren zweifelsfrei sehr schön gezeichnete Cover, aber die Wirkung war nicht die, die wir uns gewünscht hatten.

Moderne Fantasycover haben selten explizite Darstellungen der Charaktere im Buch. Der Leser soll nicht im Erstellen seines eigenen Bildes gestört oder beeinflusst werden. Die Figuren sollen vor dem geistigen Auge des Lesers erscheinen, allein durch die Kraft der Worte des Autoren. Zudem fehlte ein Konzept, welches die Reihe auch optisch zu einer Reihe machte. Beispiele für solche Cover gibt es viele, sei es die Elfen-Reihe von Bernhard Hennen oder auch die Schwertfeuersaga von Robert Corvus.

Ziel war es, eine Idee zu entwickeln, welche die Cover in einem Reihenkonzept arrangiert und zeitgleich auch die richtige Zielgruppe adressiert, denn auch an diesem Punkt gab es Verbesserungsoptionen. Die gezeichneten Cover wirkten mehr wie ein Jugendbuch, und nicht wie ein teils brutales Dark-Fantasy Buch.

Ein Element bei dieser Neugestaltung war schnell klar: Feuer. Die Frage war nur in welcher Art und wie viel. Ich bot mich an, an einer Idee zu arbeiten – und niemand rechnete zu dem Zeitpunkt mit dem aktuellen Ergebnis.

Wenn ich nun zurückblicke, war eines schnell klar. Mein Autorenname sollte nach oben wandern und der Titel im unteren Teil des Covers zu finden sein. Auch ein Zeichen in der Mitte galt schnell als gesetzt. Dieses Zeichen war die erste Aufgabe und entwickelte sich von einfachen feurigen Linien, immer weiter bis zu einem massiven Emblem, welches brennt. Es wirkt massiv, stark und mit dem Feuer sogar bedrohlich.

Während dieser Versuche gestaltete ich jede Idee immer noch mit beiden möglichen Titeln. Hier zeigte sich aber schnell, dass ein kurzer prägnanter Titel schlicht besser aussieht und mehr Neugier erzeugt, als ein langer und bisweilen umständlicher Titel. Dennoch fehlte noch etwas. Der Hintergrund.

Die ersten Versuche waren abstrakt und nichts war zu erkennen. Danach versuchte man es mit Bildern, vor allem von Landschaften. Das war besser, aber nicht gut genug. Funken wurden eingebaut und letztendlich schwarze Schlieren, die sich über das Cover hinwegziehen. Mittlerweile waren viele Arbeitsstunden, Umfragen und Bearbeitungen erfolgt, und das Ergebnis sah immer besser aus.

Es blieb nur noch zu überlegen, ob man das brennende Zeichen von Band zu Band ändert, oder als Staffelemblem behält. Das Ergebnis seht ihr ja nun, und wenn ich heute auf die drei Bücher blicke, bin ich froh um jede Stunde Arbeit, die ich in diese Cover investiert habe.

Nun so kurz vor dem Erscheinen von Madrak am 08.01.2018, blicke ich zurück auf über zwei Jahre Partnerschaft mit dem SadWolf Verlag. Kaum einer weiß es, aber ich hatte das Manuskript und das Exposé̱ exklusiv an diesen Verlag geschickt. Über Facebook bin ich damals auf die Wölfe gestoßen und nachdem ich das Konzept las, dachte ich mir: Das passt perfekt!

Tatsächlich verdanke ich dem Verlag viel. Die Überarbeitung der Schamanin war nicht selbstverständlich. Die neuen Designs sind es nicht. Es ist ein Vertrauen entstanden, für das ich sehr dankbar bin und ich hoffe, dass nach meiner Nominierung für den DPP, wo ich leider nicht ins Finale einzog, dies mit dem Wanderer in Zukunft noch schaffen werde. Für den Verlag, für die Menschen, die hier mit Herzblut arbeiten und ja – ehrlich gesagt – auch für mich.

~ Dominique Stalder

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